Brautkleid

Bild: Lilly

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Die Geschichte des Brautkleides

Die Farbe Weiß gilt als Symbol der Unschuld, der Reinheit und der Jungfräulichkeit. Heute ist das Brautkleid meistens weiß, doch das war nicht immer so.

Zu Zeiten der Römer

Im alten Rom trugen die Bräute vor über zweitausend Jahren an ihrem Hochzeitstag eine Tunika. Das war ein waden- oder knöchellanges Hemdgewand ohne waagerechte Taillennaht, das in kürzerer Form auch von den Männern getragen wurde. Um die Taille trug die Frau einen Holzgürtel mit einem doppelten Knoten, dem so genannten Knoten des Hercules.

Man trug noch eine gelbe Stola über der Tunika und einen gelben Schleier, sowie gelbe Sandaletten. Nach der Hochzeit mußten sich die Gäste zurückziehen und der Bräutigam durfte den Hercules-Knoten lösen.


Bild: Fotolia

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Im Mittelalter ging’s prunkvoll zu

Das Brautkleid hatte zu jener Zeit eine große gesellschaftliche Bedeutung, denn die Familie zeigte durch ein prachtvolles Kleid ihren Reichtum, ihre Macht und ihre Stellung. In den oberen Gesellschaftsschichten wurde auch oftmals das Familien-wappen mit in das Kleid eingearbeitet. Reich verzierte Stoffe aus Gold- oder Silberbrokat mit Stickereien versehen, oder mit Halbedelsteinen besetzt, wurden für die Kleider verwendet.

Das Kleid war nicht weiß, sondern in Rot-, Grün- oder Blautönen gehalten. Vor allem am Hofe trug man mantelartige Obergewänder. Ab 1475 erhielt das Mieder ein tiefes, spitzes Dekolleté mit einem Brusteinsatz sowie einen runden Rückenausschnitt. In der Zeit der Renaissance erhielten die Kleider ein sehr offenherziges Dekolletè und die Taille saß ziemlich tief, das Mieder wurde vorne ganz geöffnet und geschnürt.

Schwarz kommt in Mode

Durch den Einfluß des spanischen Hofes kamen Ende des 16. Jahrhunderts dunkle Kleider in Mode und das Brautkleid bestand nun aus einer schwarzen Robe mit langer Schleppe und Spitzenüberwürfen. Meistens trug man dazu noch bestickte und mit Bändern verzierte Schürzen.

Auch das Bürgertum trug damals Schwarz. Denn ein schwarzes Kleid konnte man auch noch nach der Hochzeit zu einem Festtag tragen und außerdem ließ es sich leicht reinigen. Die sozial Schwächeren und die Landbevölkerung dagegen trugen am Hochzeitstag Kirchgangskleidung oder festliche Trachten.

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Bild: Weise

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Ganz in Weiß

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts sah man nur vereinzelt weiße Hochzeitskleider und sie wurden auch nur vom Bürgertum oder am Hofe getragen. Aber Anfang des 19. Jahrhunderts breitete sich der Brauch von den Fürstenhöfen aus und durchdrang langsam alle Bevölkerungsschichten. Das weiße Brautkleid war nun nicht mehr länger nur den oberen Bevölkerungsschichten vorbehalten.

Die Braut trug damals ein enges Oberteil und eine schlanke, vom Korsett geformte Taille. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde es für jedes ehrbare Mädchen schicklich, in der Farbe der Unschuld und Reinheit vor den Traualtar zu treten. Allerdings hielt man auf dem Land noch lange an der Tradition des schwarzen Brautkleides fest, da es praktischer war.

Das Hochzeitskleid heute

Zur Zeit des Charleston – Anfang der 20er Jahre – wurden die Kleider immer kürzer und waren schmal geschnitten. Nach dem 2. Weltkrieg änderte sich das wieder. Damals trug die Braut ein langes, weites Kleid. Als in den 50er Jahren der Petticoat in Mode kam, wurden die Hochzeitskleider mit weitschwingenden Röcken versehen. In den 60ern wurde das Kleid wieder kürzer und frecher und in den 80ern liebte man es eher romantisch.

Heute kann die Braut tragen was ihr gefällt, es gibt viele verschiedene Stilrichtungen. Bis auf einige Ausnahmen wird heute aber weitesgehend in einem weißen Kleid der Bund für’s Leben geschlossen.


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